Hamburg auf dem Weg zur Internationalen Bauausstellung
Beim Forum IBA 2013, das am 11. April 2006 auf dem Kleinen Grasbrook stattfinden soll, will der Senat seine Pläne für die Durchführung der Internationalen Bauausstellung (IBA) konkretisieren. Die IBA 2013 gilt laut Aussage des Senats als „zeitliches und inhaltliches Ziel“ einer städtebaulichen Vision, dem „Sprung über die Elbe“, mit dem Hamburg national wie international Maßstäbe für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Stadtplanung setzen will.
Bereits zum zweiten Mal richtet die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt eine öffentliche Tagung zum Thema IBA / IGS aus. Vor gut einem Jahr hatten die Landschaftsarchitekten scheuvens + wachten beim ersten Forum IBA 2013 ihren Maßnahmenkatalog für die Realisierung der Internationalen Bauausstellung vorgestellt, in die auch die Internationale Gartenschau (IGS) eingebettet werden soll. Der Maßnahmenplan war in enger Abstimmung mit dem Hamburger Oberbaudirektor Jörn Walter entstanden. Seinerzeit wurden IBA und IGS vom Senat erneut als „Leitprojekte des Sprungs über die Elbe“ bestätigt. Als räumliche Schwerpunkte für die IBA 2013 wurden die Elbbrücken, der Kleine Grasbrook, die Veddel, der Spreehafen, der Müggenberger Hafen, der Reiherstieg, der Veringkanal, Harburger Schlossinseln sowie größere Flächen im Zentrum und im Osten Wilhelmsburg benannt. Aus der Auftaktveranstaltung ging ein Memorandum hervor, das seither als Orientierung für alle weiteren Planungen dient. Mit dem zweiten Forum IBA 2013 soll nun an die im Memorandum formulierten Ziele und Beschlüsse angeknüpft werden.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bezeichnet das Forum IBA 2013 als den Beginn der Realisierungsphase beim Sprung über die Elbe. Damit ist die dem vorausgegangene „Konkretisierungsphase“ plangemäß abgeschlossen, ohne dass wesentliche Punkte hinreichend konkretisiert worden wären. Insofern darf man gespannt sein, welche konkreten Schritte Oberbaudirektor Jörn Walter bei der Veranstaltung präsentieren wird. An guten Ideen mangelt es jedenfalls nicht; das belegt sowohl das Konzept „Sprung über die Elbe“ als auch das besagte Memorandum. Dem städtebaulichen Gesamtkonzept, auf dessen Basis Hamburg langfristig seine Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort steigern will, wurden bislang jedoch nicht die notwendigen Prioritäten eingeräumt. Vielmehr wird die Umsetzung der angestrebten Ziele durch anhaltende Interessenkonflikte erschwert, so dass bezüglich der Stadtplanung Hamburgs eigentlich gar nicht von einem „Gesamtkonzept“ gesprochen werden kann. Bestes Beispiel hierfür ist nach wie vor die so genannte Hafenquerspange, eine Autobahnverbindung zwischen A1 und A7, die laut Senatsbeschluss das neben der HafenCity wichtigste Gebiet des „neuen Hamburgs“ auf Betonpfeilern in offener Bauweise überdachen soll. Mit dem Spreehafen wäre dann die für die Anrainer wichtigste Wasserfläche zerstört; zudem soll die Großbaustelle ausgerechnet in den IBA-Jahren zur vollen Entfaltung kommen. In dem Memorandum, das aus dem ersten IBA-Forum hervorgegangen ist und dessen Herausgeber die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ist, heißt es zu dem betroffenen Gebiet:
Das kulturelle und touristische Koordinatensystem der Elbinsel erhält rund um den Spreehafen und den Müggenberger Zollhafen [...] neue prominente Akzente. [...] Der Spreehafen wird zum Wasserplatz, Bezugs- und Projektionsraum im Norden der Insel. Die Wasserflächen werden zugänglich gemacht, die Ufer neu besetzt und gestaltet und für Existenzgründer neue Formen und Hüllen des Arbeitens, der Freizeit und Gastronomie auf dem Wasser ermöglicht.
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