Pegelstand 1. Juni: Hafen- und Stadtentwicklung verbinden

Ressorts: Wirtschaft, Politik, Hafen — Manuel Humburg am Freitag, 26. Mai 2006 um 22:25 Uhr

- Lösungsansätze jenseits von neuen Autobahnen -
Vorgestellt wird u.a. eine aktuelle Studie des Industrieverbandes Hamburg: "LKW-Verkehrsflussoptimierung im Hamburger Hafen"

Termin: Donnerstag, 1. Juni 19 Uhr - Bürgerhaus Wilhelmsburg

Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg lädt zum Themenabend ein: Wie können Verkehrsprobleme anders als durch neue Autobahnen gelöst werden?

Keine Frage: Der wachsende Containerumschlag im Hafen steigert den Verkehr, insbesondere der schweren LKW. Der wachsende Verkehr aber bedroht die Stadtteile, die davon betroffen sind. Leben kann sich schwerlich an einer Autobahn oder gar unter ihr entwickeln. Hafenentwicklung und Stadtentwicklung scheinen im diametralen Widerspruch zu stehen.

Es lohnt sich ein Blick auf stadtverträgliche Lösungsmöglichkeiten

Der Senat hat in diesen Wochen einiges getan, um die „Hafenquerspange“ als scheinbar naheliegende Lösung fest zu zurren: Verhandlungen mit den Hamburger Bundestagsabgeordneten, Beauftragung der REalisierungs GEsellschaft Herrn Wegeners mit der Durchführung; der Bundesverkehrsminister allerdings gibt kein grünes Licht für Bundesmittel. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen eine Autobahn quer durch die Insel und die Stadt, in Wilhelmsburg, und immer weiter darüber hinaus.

LKW-Stau auf der Köhlbrandbrücke
     LKW-Stau auf der Köhlbrandbrücke

In Hamburg gab es schon manche heftigen und scheinbar unlösbaren Konflikte um geplante Schnellstraßen. Die Zuschüttung des Isebekkanals für eine Autobahn war ebenso geplant wie eine Autobahnzufahrt mitten durch Ottensen und Verwandlung Ottensens in eine City-West. Heute dürften auch damalige Verfechter der Pläne froh sein, dass diese Stadtteile Hamburg attraktiv machen für die Menschen wie für die Wirtschaft.

Es lohnt sich ein Blick auf die konkreten Probleme und konkrete stadtverträgliche Lösungsmöglichkeiten. Die Zukunftskonferenz Wilhelmsburg hat sich schon vor vier Jahren intensiv damit befasst und Vorschläge erarbeitet.

Die Studie kommt zu Ergebnissen, die man vielleicht nicht erwartet

Aus einer anderen Warte hat nun der Industrieverband Hamburg eine Projektstudie vorgelegt, bei der wesentliche wirtschaftliche Interessenten vertreten waren: Die Port Authority, die HHLA, Eurogate, Siemens und Containerunternehmen.

Unbeschadet der vom Industrieverband festgelegten Grundsatzposition für eine Hafenquerspange kommt die Studie zu Ergebnissen, die man vielleicht nicht erwartet: Konkrete kleinere Maßnahmen haben mehr Effekt und kosten einen minimalen Bruchteil einer neuen Autobahn. Die Autoren fordern, ihre Vorschläge weiter zu konkretisieren und über die Frage nach dem LKW-Verkehr hinaus auch die Wege von Schiene und Wasser zu untersuchen.

Wenn nun Ideen und Vorschläge für Lösungen auf den Tisch gelegt werden, wird es jetzt keine fertigen Ergebnisse geben. Aber es kann ein Schritt sein zu einer „Roadmap“, wie sie der Industrieverband fordert oder eine interdisziplinären, internationalen Planungswerkstatt zum Thema „Mobilität, Logistik und Verkehr im Lebensraum Stadt“, wie sie der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg für 2007 vorschlägt.

Vorgestellt werden:
- Die Studie des Industrieverbandes Hamburg „LKW-Verkehrsflussoptimierung im Hamburger Hafen“
- Die Ergebnisse der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg von Angad Swiderski
- Lösungsansätze mit neuen Verkehrsträgern von Hans-Jürgen Maass

Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20, 21107 Hamburg
Donnerstag, 1. Juni 2006, 19.00 Uhr
Veranstalter: Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.

Mehr Infos: www.insel-im-fluss.de und www.hafen-quer-spange.de

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