Auf See kein Kyoto

Ressorts: Publikationen, Wirtschaft, Hafen — Volker Krause am Mittwoch, 06. September 2006 um 13:31 Uhr

Mit zehn Millionen Tonnen pro Jahr ist der Schiffsverkehr für mehr als sieben Prozent des weltweiten Ausstoßes von Schwefeldioxid verantwortlich. Während bei Landfahrzeugen längst strenge Grenzwerte gelten, fährt man auf See durchgehend mit stark schwefelhaltigem Billigdiesel.

Der Verkehr auf See verursacht weltweit starke Belastungen der Luft. Abkommen, die an Land Gültigkeit besitzen, sind für die freie Schifffahrt nicht relevant. Was auf der Straße nicht zum Zwecke der Fortbewegung verbrannt werden darf, kommt in den Tank der Ozeanriesen, die somit gleichsam als "Müllverbrennungsanlage" dienen. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt auch die bemerkenswerte Auswirkung, die die durch den boomenden Seeverkehr verursachte Luftbelastung auf den Lübecker Stadtteil Travemünde hatte, der sogar den Verlust des Titels »Ostseeheilbad« befürchten musste:

Die Anforderungen an die Luft für ein »Ostseeheilbad« wurden kurzerhand so umformuliert, dass Heilbad und Hafen formal wieder harmonieren.

Dieses Zitat stammt aus dem kürzlich in der Zeit erschienenen Artikel "Schwefel ahoi!" von Hans Schuh. Schuh portraitiert in seinem Text die derzeitige Situation, die ökologischen Folgen der Emissionen sowie die ersten Versuche, das Problem einzudämmen. So wird etwa erwogen, weltweit in Stromleitungen zu investieren, damit die Schiffe zumindest während der Liegezeiten im Hafen nicht mehr auf ihre Maschinen angewiesen sind. Die Notwendigkeit von Reglements hinsichtlich der Treibstoff-Zusammensetzung bleibt jedoch unabhängig von solchen Überlegungen bestehen.

Zum Artikel aus der Zeit vom 24.08.2006

www.zeit.de/2006/35/U-Schwefel?page=1

Auch interessant:

www.zeit.de/2006/35/28-Schwefel-Klima

www.innovations-report.de/html/berichte/verkeh...

www.verkehrsrundschau.de/sixcms/detail.php/423...

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