Szene-Viertel hinter Autobahn und eisernem Zollzaun?
"Wilhelmsburg - die verborgene Schöne auf dem Weg zum Szeneviertel?" Solche blumigen Aussichten produzierte der Hamburger Blätterwald in den letzten Tagen nach einer Prognose des Trendforschers Peter Wippermann. Auf dem Weg dahin müssen allerdings noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Auch Ottensen konnte sich erst entwickeln als der damalige Autobahnzubringer vom Tisch war. In einer AKTUELLEN BROSCHÜRE finden Sie alles zur sog. "Hafenquerspange". Vor allem auch vernünftige Alternativen. Nachlesen und runterladen unter www.hafen-quer-spange.de
Wilhelmsburg:
Szene-Viertel hinter Autobahn und eisernem Zollzaun?
Offensichtlich kann sich der Senat noch nicht entscheiden
Auf dem Weg in eine bessere Zukunft müssen noch einige Hindernisse weg geräumt werden. So die veralteten Pläne für eine Container-Autobahn „Hafenquerspange“, der mittlerweile sinnlose Zollzaun am Spreehafen und die Gewerbepläne, die das Grün im Osten bedrohen.
Die Berichterstattung der letzten Tage stimmt optimistisch.
Das sich wandelnde Image Wilhelmsburgs ist vor allem den Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburgern selbst zu verdanken, die ihren grünen Stadtteil am Wasser über Jahrzehnte als einen Ort zum Wohnen verteidigt haben:
# gegen die Senatspläne, nach der Flut von 1962 den ganzen Westen Wilhelmsburgs der
Hafenerweiterung zu opfern,
# gegen eine geplante Güterbahntrasse in den 1970ern,
# gegen das Image als „Müllstandort“ mit dem Dioxinberg in Georgswerder in den 1980ern
# und gegen die geplante Müllverbrennungsanlage in den 1990er Jahren.
Mit der Zukunftskonferenz 2001/2002 haben sie gemeinsam mit Vertretern von Stadt und Wirtschaft eine Trendwende in der Entwicklung der Elbinsel eingeleitet. Der "Sprung über die Elbe" und die Internationale Bauausstellung 2013 können diese Entwicklung vertiefen.
Dabei geht es um eine Aufwertung des Lebens auf der Insel, nicht aber um Verdrängung zwischen Bewohnergruppen. Die Insel hat gute Erfahrungen mit einer Vielfalt von Lebenslagen, Kulturen und Milieus.
Sie braucht die Förderung durch die Stadt, um Benachteiligungen abzubauen; dies gilt vor allem für den Bildungsbereich, wo die Stadt weiterhin Widersprüchliches verkündet:
# einerseits wird eine „Bildungsoffensive“ gestartet,
# andererseits gibt es aktuelle Meldungen über Vergrößerung der Klassenstärken.
Nach wie vor warten die BewohnerInnen auf eine Öffnung des Zollzaunes zum Spreehafen, die von allen Parteien bei der letzten Wahl als „Sofortmaßnahme“ versprochen wurde und eine Änderung von Plänen für Industrieansiedlungen, die die Grüne Lunge der Insel im Osten bedrohen.
Vor allem aber passt die vom Senat geplante Stadtautobahn "Hafenquerspange" nicht zu einem positiven Entwicklungstrend. Sie würde die Insel von der Stadt abschneiden, und gerade die Gebiete unwiederbringlich verunstalten und verlärmen, auf denen besondere Hoffnungen für die Zukunft liegen: den Spreehafen und das Reiherstiegviertel. Auch Ottensen konnte sich damals erst entwickeln, als der Autobahnzubringer vom Tisch war. Es gibt sehr kostengünstige Alternativen zur Hafenquerspange, wie zuletzt auch der Industrieverband - Hamburg heraus gearbeitet hat.
Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg hat in einer aktuellen Broschüre Fakten und Argumente zur Hafenquerspange und ihren Alternativen zusammen gestellt.
Die Broschüre kann im Internet eingesehen und herunter geladen werden:
www.hafen-quer-spange.de
Manuel Humburg

