“Ballinstadt” wird eröffnet

Ressorts: Kultur, Hafen, Quartiere — Ingrun Wenge am Freitag, 29. Juni 2007 um 09:49 Uhr

An historischer Stätte werden am 4. Juli 2007 auf der Veddel die Auswandererhallen eröffnet. Unter dem etwas sperrigen Namen «Port of Dreams - Ballinstadt Auswandererwelt» zeichnet das neue Museum den Weg von mehr als fünf Millionen Europäern nach, die zwischen 1850 und 1939 in Hamburg Zwischenstation auf ihrem Weg in die USA machten und die Wochen und Monate vor der Abreise in der von Albert Ballin erbauten Auswandererstadt verbrachten.

Das Museum steht nur wenige Meter von der S-Bahn-Haltestelle Veddel entfernt - genau dort, wo Ballin, seinerzeit Generaldirektor der Reederei HAPAG, ab 1898 eine Auswandererstadt erbauen ließ, die etwa 55000 Quadratmeter umfasste und aus insgesamt 30 Gebäuden bestand. Bis zu 5000 Menschen, die meisten von ihnen aus Osteuropa, warteten hier zeitgleich auf ihre Abreise in die "Neue Welt". Die Auswandererstadt umfasste Schlaf- und Wohnbaracken, Speisehallen, Bäder sowie eine Kirche und eine Synagoge. Der Aufenthalt in der Auswandererstadt war im Preis für den Fahrschein nach Übersee enthalten. 1963 beschloss der Hamburger Senat den Abriss der inzwischen funktionslos gewordenen Gebäude.

In der Ballinstadt, einem Projekt der LeisureWorkGroup, soll das Phänomen Auswanderung in einen breiteren Kontext gestellt werden. Das Schicksal der Amerika-Auswanderer bildet insofern den Hintergrund für die grundsätzliche Frage, warum Menschen auswandern und wie es ihnen dabei ergeht - eine Frage, die heute zweifellos genauso aktuell wie vor hundert Jahren ist.

Für die Ballinstadt wurden drei originalgetreu rekonstruierte Wohn- und Schlafpavillons erbaut. Im Haus I kann man sich - und dies ist vor allem für US-amerikanische Besucher interessant - an zahlreichen Computerarbeitsplätzen auf die Suche nach seinen europäischen Vorfahren machen, indem man u.a. auf die digitalisierten Passagierlisten von 1850 bis 1934 zurückgreift. In Haus II werden die einzelnen Phasen der Auswanderung vom Aufbruch bis zur Ankunft in New York aufgezeigt, und Geschichten einer geglückten Übersiedlung als auch Geschichten von Trennungsschmerz und Heimweh werden erzählt. Haus III stellt das alltägliche Leben in den Auswanderhallen selbst dar. Die Ballinstadt wird am geschichtsträchtigen 4. Juli eröffnet; für die breite Öffentlichkeit gibt es vom 5. bis zum 8. Juli ein Eröffnungsprogramm mit Musik, Theater und Lesungen.

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