Die Gräfinnen von Wilhelmsburg: Musiktheater quer durch Wilhelmsburg
Mit den "Gräfinnen von Wilhelmsburg", einem Musiktheater-Projekt, das im Rahmen des IBA Kunst- und Kultursommers 2007 entstanden ist, soll die Geschichte und Kultur Wilhelmsburgs in ihrer Vielfalt eingefangen werden. Am 1. September ist Premiere.
Aus der Pressemitteilung der Veranstalter:
Mit Mitteln des Musiktheaters Landschafts- und Lebensräume zu charakterisieren, konkrete Orte zu inszenieren, auch mögliche Gestaltungen für die Zukunft aufzuzeigen, ist eine Herausforderung. Der Regisseur Maximilian Ponader kann sich bei dieser Arbeit nicht auf einen geschützten Bühnenraum zurückziehen, sondern agiert direkt vor Ort – mitten in Wilhelmsburg.
Das Stück beginnt bei der S-Bahn-Station Wilhelmsburg; allein dies ein ungewöhnlicher Auftakt für ein Musiktheater-Ereignis. Weitere Stationen wie die Fußgängerbrücke am Bahnhof, der Kuckucksteich, Wohnhäuser in der Leipeltstraße und das Heimatmuseum, errichtet auf den Grundmauern des „Adeligen Sitzes Stillhorn“, kommen hinzu.
Das Publikum wird auf diesen Rundweg von den „Gräfinnen von Wilhelmsburg“ geleitet. Sie führen durch die Geschichte, aber auch mitten hinein in den modernen Alltag. Ihre Mitspieler sind nicht nur zwei Instrumentalisten, sondern im Grunde alle, die auf der Elbinsel leben und sie in ihrer Besonderheit erleben wollen.
Die Gräfinnen von Wilhelmsburg, das sind Eleonore d´Olbreuse (1639-1722) und Sophie Dorothea (1666-1726), Gattin und Tochter Herzog Georg Wilhelms von Braunschweig-Lüneburg-Celle. Um ihnen ein Auskommen zu sichern - Eleonore war eine französische Baronesse und eigentlich nicht standesgemäß - kaufte der Herzog für sie die Inseln Stillhorn, Georgswerder, Rotehaus, Bauwiese und die Höveln und deichte sie mit denen zusammen, die ihm bereits gehörten, Reiherstieg und Schluisgrove.
Das neue Gebiet nannte er „Herrschaft Wilhelmsburg“. Das sind die groben Fakten. Berührend vor allem ist die ganz persönliche Geschichte der beiden Frauen, die sich gegen einen intriganten Hof behaupten mussten, immer wieder betrogen wurden und, wie im Fall Sophies, ihr Leben in der Verbannung beschließen mussten. Dass die Verstoßene zugleich Stammmutter des hannoverschen, englischen und preußischen Königshauses geworden ist, gehört zu ihrer tragischen Geschichte dazu.
Die „Gräfinnen von Wilhelmsburg“ stehen für die Geschichte Wilhelmsburg, für seine Gegenwart und Zukunft. Die Mezzosopranistin Stefanie Golisch verkörpert Eleonore, ihre Tochter Sophie Dorothea stellt die Sopranistin Julia van Leendertse-Sextl dar. Für beide Sängerinnen bringt dieses Musiktheater-Projekt ungewöhnliche Aufgaben mit sich. Hier spielen sie an Orten, an denen auch mal gegen den Lärm von Autobahn und ICE anzusingen ist. Dass das Ergebnis sich mehr als hören lassen kann, werden sie mit der Premiere am 1. September unter Beweis stellen.
"Die Gräfinnen von Wilhelmsburg" - Aufführungstermine:
Samstag, 1. September 07
Sonntag, 2. September 07
Samstag, 8. September 07
Sonntag, 9. September 07
Samstag, 15. September 07
Sonntag, 16. September 07
Treffpunkt:
Bücherhalle Kirchdorf direkt an der S-Bahn-Station Wilhelmsburg um jeweils 15:00 Uhr
Karten:
EUR 12,- (ermäßigt EUR 7,-)
Bücherhalle Kirchdorf, Wilhelm-Strauß-Weg 2
Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26
Konzertkasse Gerdes, Rothenbaumchaussee 77
Ein Projekt von Nysa Kultur, gefördert vom IBA Kunst- und Kultursommer 2007.

