Heilsame Klimakatastrophe?

Ressorts: Wirtschaft, Politik, Kultur, Bildung — Ingrun Wenge am Samstag, 06. Oktober 2007 um 12:28 Uhr

Unter dem Titel "Die Klimakatastrophe – eine Chance für den Umbau der Welt" findet im Herbst eine öffentliche Vortragsreihe statt, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Klimawandel und seinen Begleiterscheinungen auseinandersetzt. Den Anfang macht am 10. Oktober die Kulturwissenschaftlerin Brita Reimers mit ihrem Vortrag zum Thema Natur, Mensch und Umwelt.

Im Folgenden das Programm:

Mittwoch, 10. Oktober 2007
"Natur, Mensch, Umwelt – Werden wir weiterhin als Schmarotzer leben oder von jetzt an als gute Gärtner?"
Referentin: Brita Reimers, Kulturwissenschaftlerin, Hamburg

Die Fortschritte der Naturwissenschaft und Technik haben das Glück nicht gebracht, das man sich von ihnen versprochen hat. Glaubten wir lange genug, Herren der Welt zu sein und die Natur ausbeuten und den eigenen Körper unterdrücken zu können, so erkennen wir heute wieder, dass wir Teil der Natur sind. Um die globalen Auswirkungen der Naturzerstörung aufzuhalten, reichen technische Lösungen nicht aus. Wir müssen unser Verhältnis zur Natur und damit zu uns selbst verändern. Der Blick geht zurück in Zeiten, da die äußere und die innere Natur in ihrer ganzen Fülle erlebt wurden und sucht nach Anknüpfungen in unserer Zeit. Dabei erscheint eine durch und durch lebendige Welt von aufregender Schönheit. [Pressetext]

Mittwoch, 24. Oktober 2007
"Die Vertrautheit der Welt: Zur Bedeutung von Naturerfahrungen in der Kindheit".
Referent: Prof. Dr. Ulrich Gebhard, Erziehungswissenschaftler, Hannover

Naturerfahrungen sind für die psychische Entwicklung des Kindes von höchster Bedeutung. Sie ermöglichen einerseits die Erfahrung von Kontinuität und vermitteln dadurch Sicherheit, und zugleich sind sie immer wieder neu. Damit entsprechen sie zwei grundlegenden Dispositionen des Menschen – seinem Wunsch nach Vertrautheit sowie seiner Neugier. Aber erwachsen daraus schon positive Einstellungen zur Natur und zur Umwelt? [Pressetext]

Mittwoch, 7. November 2007
"Die nächste industrielle Revolution – Produzieren wie die Natur".
Referent: Prof. Dr. Michael Braungart, Stoffstrommanagement, Hamburg

Nachhaltigkeit allein bietet keine Lösung für unsere Probleme. Da sie das Grundprinzip der gegenwärtigen Industrieproduktion unverändert lässt, zögert sie den Zusammenbruch nur hinaus. Die nächste industrielle Revolution macht sich zur Aufgabe, industrielle Systeme und Produkte zu entwickeln, die der regenerativen Produktivität der Natur nachgebildet werden. Eine solche naturnahe Herstellungsweise kann so verschwenderisch sein wie die Natur selbst. Nicht um Vermeidung und Verzicht geht es, sondern um Lebensbejahung und Kreativität. [Pressetext]

Mittwoch, 21. November 2007
"Klimawandel zwischen Politik und Ökonomie".
Referent: Dr. John Reimers, Volkswirt, Berlin

Den Klimawandel aufzuhalten, bedarf es handfester Anstrengungen. Warum vermag die Ökonomie in ihrer derzeitigen Form dies ohne Hilfe der Politik nicht selbsttätig zu tun und warum lässt die Politik dies so scheinbar tatenlos geschehen? In diesem Vortrag werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Ökonomie und Politik gemeinsam Anreize schaffen können, um nicht nur das Problem der Klimakatastrophe, sondern auch andere Probleme mit anzupacken, die auf den ersten Blick gar nichts damit zu tun zu haben scheinen. [Pressetext]

Mittwoch, 5. Dezember 2007
"Effizienztechnologien und neue gesetzliche Rahmenbedingungen als Herausforderung".
Referent: Dr.-Ing. Arnold Tolle, Unternehmensberater, Hamburg

Unsere knappste Ressource ist die Zeit, die wir noch haben, um den vom Menschen verursachten Klimawandel zu begrenzen. Solange das regenerative System noch nicht im großen Maßstab aufgebaut ist, müssen effiziente und volkswirtschaftlich kostengünstige Technologien zur Emissionsminderung eingesetzt werden. In der Stromerzeugung gehört dazu die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), insbesondere im industriellen Bereich. Zur Flankierung der technologischen Entwicklung sind verschiedene wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen notwendig. Hierzu gehört das sinnvolle Lenkungsinstrument Emissionshandel. Allerdings darf dieser nicht weiterhin missbraucht werden, wie z. B. zur Subventionierung von Kohletechnologien. Ein solcher Strukturwandel wird große wirtschafts-, beschäftigungs- und sicherheitspolitische Chancen bieten. Unternehmen beginnen, sich ihrer Verantwortung zu stellen. [Pressetext]

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Vortragsreihe im Kesselhaus
Mittwoch, alle 14 Tage, um 19:30 Uhr
Ort: Hafencity-Infocenter, Kesselhaus
Am Sandtorkai 30
20457 Hamburg
Der Eintritt ist frei

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