“Deutsch/Türkisch/Kurdische” Filmreihe in Wilhelmsburg
Die Insel-Lichtspiele und die Bürgerinitiative BI setzen Ihre Filmarbeit mit einer Deutsch/Türkisch/Kurdischen Filmreihe im Mai fort. Ort der Veranstaltungen ist der BI-Standort Rudolfstraße im Reiherstiegviertel. Im Folgenden die Filme und Termine:
Do 15. Mai , Auf der anderen Seite
D/TR 2007; R: Fatih Akin; D: N. Yesilcay, B. Davrak, T. Kurtiz, H. Schygulla; 122 min; VP; dt. Fassung; Drama
Im zweiten Teil seiner ‑Liebe, Tod und Teufel-Trilogie erzählt Fatih Akin von sechs Menschen, deren Leben auf schicksalhafte Weise verbunden sind: Yeter arbeitet in Deutschland als Prostituierte, damit sie ihren Sohn in Istanbul ernähren kann. Ali bietet ihr an, ihren Job aufzugeben und bei ihm einzuziehen. Sie willigt ein, doch es gibt Streit. Alis Sohn Nejat verlässt Deutschland und geht in das ihm fremden Istanbul. Gleichzeitig verliebt sich die Studentin Charlotte zum Verdruss ihrer Mutter in die ‑Illegale Ayten. Als Ayten ausgewiesen wird, fährt Charlotte ihr nach. Plötzlich stirbt ein Mensch und die verschiedenen Leben kreuzen sich.
Zwei Filme von Yüksel Yavus:
Do 22. Mai, Mein Vater, der Gastarbeiter
D 1994; R: Yüksel Yavuz; 52 min; VP; OF mit dt. Untertiteln; Dokumentation
Der Regisseur Yüksel Yavuz schildert in seinem biografischen Dokumentarfilm die Gesellschaft, aus der sein Vater und mit ihm auch eine verhältnismäßig hohe Zahl unserer Migranten stammt, nämlich aus dem kurdischen Teil der Türkei. Er stellt dieses Leben in Kontrast zu den Lebensbedingungen in Deutschland. Sein Vater, Cemal Yavuz, war 1968 dem Ruf der deutschen Industrie gefolgt und hat viele Jahre lang in einer Hamburger Werft als Schweißer gearbeitet. Gewohnt hat er in „Klein-Istanbul“, einer Ghetto-Siedlung für die Gastarbeiter, in dem ein Haus neben dem anderen monoton aneinandergereiht ist. Zwölf Quadratmeter standen jedem Arbeiter als Wohnraum zur Verfügung. Cemal Yavuz hat zehn Stunden am Tag in der Werft gearbeitet. Außer seinem Arbeitsplatz hat er nur noch zwei andere Wege gekannt. Den zum Fischmarkt und den ins Kaffeehaus. Als er zu sehr vereinsamte, holte er zwei seiner Söhne mit nach Deutschland. Der heutige Regisseur Yüksel Yavuz war einer davon. Nach 16 Jahren aber kehrte der Vater 1984 zu seiner Frau und den anderen Kindern in die Türkei zurück. (Die Frau des Gastarbeiters. | © Zero-Film, Berlin | Quelle: ZDF)
Do 29. Mai, Close-up Kurdistan
D 2007; R: Yüksel Yavuz; 104 min; VP; Sprache: Kurdish / Türkische / Deutsch OF mit dt. Untertiteln; Drehorte:Iraq & mehr, Dokumentation
In dem Dokumentarfilm CLOSE – UP KURDISTAN stellt der Regisseur Yüksel Yavuz eine Verbindung zwischen seiner persönlichen Geschichte als Immigrant und dem aktuellen Stand des türkisch–kurdischen Konflikts her.
Seine Reise beginnt in Hamburg, wo er heute lebt, führt ihn nach Stockholm und in die Türkei und endet im Flüchtlingslager Maxmur im irakischen Kurdistan. Nach dem Besuch bei seinen Eltern im Dorf begegnet er Verwandten, alten Freunden und anderen Protagonisten in Ankara, Istanbul, Diyarbakir, in ländlichen Gebieten und im kurdischen Teil vom Irak. Auf seinem Weg trifft er auf unterschiedliche Menschen und ihre Schicksale - Menschen, die sowohl noch in der Türkei, als auch im europäischen Exil leben. Einer seiner Protagonisten ist Dr. İsmail BEŞİKÇİ, ein Intellektueller, der auf Grund seiner Forschungen auf dem Gebiet der kurdischen Kultur 17 Jahre in türkischen Gefängnissen verbracht hat. Auf der anderen Seite gibt es Abdulkadir AYGAN, der für einige Jahre als „Contra–Guerilla“ im „schmutzigen Krieg“ gegen die kurdischen Oppositionellen vorgegangen ist. Der Film erzählt eine Geschichte, die politische Fakten mit persönlichen Schicksalen verbindet.
Mehr Infos unter www.insel-lichtspiele.de
Wo: BI Rudolfstraße 5, 21107 Hamburg-Wilhelmsburg, Reiherstiegviertel Mit dem Metrobus 13 bis Stübenplatz/Mannesallee, dann ca. 3 Min. zu Fuß.
Wann: Filmstart 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Wieviel: Eintritt: 5,- / 3,- ermäßigt.
Getränke und Kinofutter gibt es vor Ort.

