Die Arbeitslosenstatistik für die Veddel ist falsch

Ressorts: Wirtschaft, Soziales, Quartiere — Klaus Lübke am Dienstag, 29. Juli 2008 um 10:10 Uhr

Das war doch eine erstaunliche Meldung: Die Zahl der Arbeitslosen auf der Veddel sei in den letzten zwei Jahren von 12,9 auf 5,8 Prozent gesunken, meldeten die Zeitungen.

Dafür sei in Rothenburgsort die Arbeitslosenzahl von 12,8 auf 15,8 Prozent gestiegen. Jetzt kommt heraus: Die Zahlen sind falsch und beruhen auf einer Verwechslung der Einwohnerzahlen von Rothenburgsort und Veddel. Die richtigen Zahlen: Veddel-2,7% auf 10,2%, und Rothenburgsort -4,1% auf 8,4% Arbeitslosenanteil.

Die Argentur für Arbeit rühmte sich, und sah in dem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Stadtteilen eine Bestätigung ihrer Arbeitsmarktpolitik. "Wir haben unsere arbeitsmarktpolitischen Werkzeuge sehr zielgerichtet eingesetzt".

Doch diesmal war nicht die Agentur für Arbeit, die in ihrer Geschichte als Arbeitsamt bereits für einen großen Statistik-Skandal gesorgt hatte, schuld an der Falschmeldung, sondern das Statistik-Amt Nord.

Die Veddeler hatten schon drei Tage lang gerätselt, wieso sich die Zahlen so verbessert haben, denn schließlich konnten es nicht die Studenten sein, denn die waren schon mehr als zwei Jahre da.

In Rothenburgsort ließ die statistische Verschlechterung der Bürgerschaftsabgeordneten Carola Veit aber keine Ruhe, und sie hakte nach. Das Ergebnis: Das Statistik-Amt Nord musste seine Zahlen in einer Pressemitteilung korrigieren.

Das Abendblatt hatte am Sonnabend eine große Geschichte daraus gemacht, wobei ein bisschen Werbung für das Scotland Jard heraussprang.

In den Zahlen sind übrigens nicht die Empfänger von SGB II enthalten. Deren Zahl sank in den letzten zwei Jahren auf der Veddel um 1,4% auf 9,1%. Damit waren im Dezember genau 700 Personen, oder 19,3% der Veddeler zwischen 15 und 65 Jahren von Leistungen dar Arge abhängig.

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