HPA will den alten Ballsaal auf der Veddel sofort abreißen
Heutzutage ist der Nordteil der Veddel ein recht unwirtlicher Ort. Ein Zollamt nimmt den größten Teil des Geländes ein. Das war nicht immer so. Bis zum Jahr 1943 sah es hier aus wie in Ottensen. Gründerzeithäuser bestimmten das Bild. In diesem Stadtteil nahe am Hafen gab es zahlreiche Lokale und Tanzsäle, angeblich sogar mehr als auf St. Pauli.
Heute ist von der alten Pracht nur noch eine Spur übrig geblieben: Der Alte Ballsaal, der gerade von der IBA und einer Gruppe um Mathias Lintl aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden ist, und dabei in den Feuilletons der Hamburger Presse durchaus für Aufsehen gesorgt hat.
Doch jetzt ist das Märchen zu Ende: Die Hamburg Port Authority (HPA) will das vom Denkmalverein Hamburg als bedrohtes Denkmal geführte Gebäude noch im November abreißen.
Angeblich ist das Gebäude einsturzgefährdet, und bedroht die unmittelbar am Haus entlangfahrende S-Bahn.
Doch dieses Argument ist vorgeschoben. Denn wie ist es sonst zu erklären, das die HPA noch im Sommer Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen in dem Gebäude erlaubt hat? Hat tatsächlich die Gefahr bestanden, dass der Ballsaal über den Besuchern zusammenbricht? In diesem Fall hätte die HPA doch mit dem Leben der Veranstalter und Besucher gespielt!
Hat sie aber nicht, denn Bedingung für die Erlaubnis zur Nutzung des Hauses hing unter Anderem von dem Ergebnis eines Gutachtens über die Standfestigkeit des Gebäudes ab. Dieses wurde von der IBA GmbH in Auftrag gegeben, und hatte ein eindeutiges Ergebnis: Die unmittelbare Standsicherheit des Alten Ballsaals ist gegeben.
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